Post…

Mich schmerzt die Welt, ehrlich und tief empfunden.

3 Fenster, 20 Tabs, 8 davon Amazon – Jung, Baudrillard, Postmoderne und Bluebeard…

Letzteres, weil man ja weiter motort, egal, wie verwirrt man ist.

Eine Absage auf eine Stelle mit 250 Bewerbern. Mir ist das vollkommen egal. Meiner Panik nicht.

Mein Geist will den neunten Amazontab, weil mir Barthes nicht mehr greifbar scheint.

Neue Folgen Torchwood, passenderweise „Miracle Day“. Merke, dass mir britischer Humor manchmal zu weit geht, die BBC aber gute Serien produziert.

Palliativstation und Tod fahren Kettenkarussel in meinen Gedanken.

Schreibe währenddessen Marketingtexte.

Eine unreife E-Mail wartet in meinen Fingern, Betreff: alternativer Lebensplan.

Möchte wegfahren und habe keine Ahnung wohin. Nicht, weil es an Orten mangelt, im Gegenteil.

Überlege, ob die Fernleihe es rechtzeitig schafft und was ich für den Nachtisch am Sonntag einkaufen muss.

Überlege auch, ob der Spatial Turn wohl durchhält, bis ich soweit bin.

Weiß, dass ich die Gratisstunden im Fitnessstudio wahrnehmen werde – weil ich ja auch einen Körper habe. Erinnere mich, dass dieser krank ist. Erinnere mich an 4 aufgeschobene Arztbesuche. Beschließe Zahnseide zu benutzen.

Frage mich, ob man angesichts der Schlagartigkeit menschlicher Lebensereignisse immer alles sofort tun sollte.

Rühre mich nicht.

Erkenne, dass mir egal ist, ob es Postmoderne oder Postdemokratie heißt, sich aber beides extrem blöd anfühlt.

Möchte mich mittelfristig dekonstruieren, erst mal. Öffne den neunten Amazontab: Derrida. Muss nochmal nachlesen. Beschließe für den zehnten Tab „Anleitung zum spontanen Aktivismus“ in die Suchleiste einzugeben.


Palliare

Einen Goldrauschemantel ohne Risse

für Dich

zur bestmöglichen Anpassung

Güldene Wärme

um die gegebenen physiologischen Verhältnisse

Ein Kuss, ein Wort – eine Benn‘sche Strophe, nicht aber die zweite

Eine Ewigkeit

Hände halten, deinen Kopf halten, dich fest halten, dich hier behalten!

Dich  kurieren – aber nur im Wortsinne

in fordernder Umklammerung

Dich verbergen in einem Mantel

den man tausendfach mit memento mori bestickt hat

Das zu vergessen, dich weiter einfach als ganz besonderen Punkt zu lieben, ist so schwer, wie das Abstrakte zu verlassen und klare Worte zu wählen.

Wie dir begegnen?

Wie dem begegnen, mit dem wir nicht umgehen können?

consoler – toujours.

Aber wie?

Benn Ein Wort


Was es wirklich bedeutet: Verlorene Heimat.

Ich habe keine Füße.

Ich habe kein Spiegelbild.

Wenn ich vor einem Spiegel stehe, sind da nur Orte und andere Menschen.

Aber ich stehe ja nicht mal. Gewissermaßen liege ich immer noch in vor über einem Jahrzehnt.

Es gibt nur ein Zentrum um das herum alles gebaut wurde.

Wenn man nicht weitergehen kann, lebt man doch. Fragmente auf einem Netz um das Zentrum.

Um das verhasste Zentrum. Ein alles verzehrender Nullpunkt.

Alle Versuche es zu verschieben waren zu kraftlos. Zu nichtig.

Aber jetzt, Selbstbestimmung, Strukturwandel, Bewegung.

Und es ist ganz egal wohin, weil es in jedem Fall zu mir wird.

Wehmut bleibt und große Teile meines Wesens.

Aber der Weg, die Richtung, die Entscheidungen, sind endlich meine.

Never ever underestimate home. And never take it away from anyone.


Audre

Audre Lorde, the wise „black lesbian feminist mother poet warrior“, yeah!

Audre Lorde

Poetry is not only dream and vision; it is the skeleton architecture of our lives. It lays the foundations for a future of change, a bridge across our fears of what has never been before

Only by learning to live in harmony with your contradictions can you keep it all afloat.


Rinnsale aus rotem Wasser

Mir stockt der Atem

Der letzte Hauch gefriert auf der schalldichten Scheibe

Aus Glas

Unserer Demarkationslinie.

Auf meiner Seite ist eine Gummizelle.

„Zu“ habe ich überall hingeschrieben, dieses wütende Wort.

Zu viel, zu wenig, zu verschieden, zu lange, zu leise, immer nur zu.

Zu sehr, das vor allem, zu sehr ich.

Du hast bestimmt jede Menge Spaß da drüben

Rede ich mir ein-sehen kann ich dich nicht –

Damit ich irgendwas tun kann –wütend sein oder traurig-

damit sich irgendwas bewegt.

Ich würde ja gehen

Aber hier sind überall Rinnsale aus rotem Wasser

Ich muss erst leer werden

Ehe ich vampiresk durch die Wand fliehen kann.

Aber wir sind auf einem guten Weg

Ich und Zu

In der Gummizelle.


Was ist wichtig?

Ein Anfang…und die Bitte um Kommentare: was ist euch wichtig?

Sagen können „Ich hab das so gewollt“

Das ist wichtig

Und sich klar machen, dass man verantwortlich ist

Für sich und für seine Taten und für die,

die man sich vertraut gemacht hat

Nicht für alle im selben Maße

Aber immer im Herzen.

Entscheiden können

Das ist wichtig

Nicht immer sofort

Aber nachhaltig

Nicht immer übermütig

Und nicht zu oft bedacht.

Sich nicht einsperren

Und nicht immer in Luftschlössern leben

Und von den anderen

Nur so viel erwarten

Wie sie geben können.

Verständnis haben

Das ist wichtig

Irgendwo zwischen „so viel man kann“

Und „so viel man möchte“

Auch und vor allem für sich.

Leben und lebenlassen

Das ist wichtig.


Fly

So lange

Nicht an dich gedacht

Dich zu lange

Nicht gesehen

Aber dich geschätzt

Mit dir Zeit verbracht,

gute

Dich einfach gemocht

Und immer an dich geglaubt,

Nie an das jetzt Geschehene.

 

Ich werde Dich vermissen.

Fly, Katze.